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Österreich…. Schon wieder….

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8. September 2021

Nach unserem gefloppten Sommerurlaub in den Bergen, waren wir ziemlich gefrustet und haben lange überlegt was wir noch anstellen könnten in diesem Jahr.

Annie sagte fast täglich, dass sie noch einen Klettersteig machen wolle dieses Jahr oder noch mal in die Berge fahren wollte. Irgendwas, Hauptsache etwas vom Sommerurlaub nachholen. Durch ein wenig Klettervideos schauen auf Youtube, kam ich fast durch Zufall auf das Jamtal. Es gab dort eine attraktive Tour, die Anreise zur dortigen Jamtalhütte ging sehr schnell und genug Urlaubstage hatte ich auch noch. Ich zeigte Annie das Video und sie war sofort Feuer und Flamme, fehlte nur mal wieder das wichtigste Detail, das Wetter. Wir schauten uns die nächsten Tage öfters das Wetter im Jamtal an und auch die Vorhersagen. Nach knapp einer Woche, fanden wir unseren Lichtblick, 3 Tage am Stück mit einer Regenwahrscheinlichkeit von unter 10%. Das reichte uns vollkommen aus, selbst bei etwas Regen wäre es in den Bergen nicht schön gewesen, aber besser als Gewitter und Sturm alle mal. Also buchten wir Schlafplätze auf der Jamtalhütte und ich sorgte für kurzfristigen Urlaub.

Sonntag den 05.09.2021 ging es für uns um 5 Uhr morgens los. Wir fuhren nahezu komplett am Stück durch bis nach Galtür in Österreich. Einen Zwischenstopp legten wir nur für Essen und Vignette kaufen ein um möglichst allem an Stau zu entgehen. Angekommen sind wir in Galtür um ca. 14 Uhr, noch genug Zeit um sich etwas das kleine Dörfchen anzuschauen und auf unser Shuttle zur Berghütte zu warten. Der Weg zur Berghütte lässt sich ohne Probleme wandern, aber unser Zeitfenster war knapp. Die 10km Fußweg, hoch auf 2100 Meter höhe, wären nicht mehr am gleichen Tag machbar gewesen und hätten unseren Zeitplan komplett umgeworfen. Also 8 EUR p.P investiert und ab nach oben. Oben auf der Hütte angekommen, haben wir unseren Kram zu den Schlafplätzen gebracht und noch ein paar Minuten Zeit auf der Terrasse verbracht mit einem gemütlichen Bier. Kurz darauf ging es dann zum Abendessen und um etwa 21 Uhr fielen wir erschöpft vom frühen Aufstehen (4 Uhr) und der langen Fahrt knapp (8,5 Stunden) in unser Bett.

Der nächste Tag, 6 Uhr morgens, der Wecker klingelt. Noch etwas müde rafften wir uns auf, hörten in der Hütte schon reges treiben und machten uns fertig für das Frühstück. Die Hütte war gut besucht, trotz dem Ende der Ferienzeit und trotz der beginnenden Woche an einem Montag. Wir verloren keine Zeit beim Essen und versorgten uns direkt mit etwas Proviant für unterwegs in Form von einer Brotzeit.

Nach dem Frühstück ging alles relativ schnell, wir schmissen uns in unsere Wander- bzw. Kletterklamotten, packten unsere bereits fertig gepackten Rucksäcke und zogen los. Die ersten Gruppen waren bereits unterwegs und wir konnten einige noch durch das Tal laufen sehen. Wir folgten Ihnen und dem markierten Weg entlang des Futschölbaches in Richtung Osten, also immer dem Sonnenaufgang entgegen. Der Weg führte uns über 2 kleine Brücken, welche über den Futschölbach gebaut wurden. Eine davon aus Metal mit Holzbohlen und relativ schräg (festhalten war Pflicht, außer man wollte ein Bad nehmen) gebaut, die andere waren im Grunde nur 2 Baumstämme die miteinander verbunden waren.

Relativ schnell kamen die ersten Anstiege, mal flach und sehr angenehm und mal sehr steil im zick zack und damit kräfteraubend. Die ersten 300 Höhenmeter hatten wir nach gut 1,5 Stunden hinter und gebracht, wir machten einen Halt an der ersten Notunterkunft. Die Notunterkunft wurde in die Nische neben einem riesigen Felsen gebaut, es gab eine Holztüre, eine Bank und halt Schutz vor der Witterung. Zum Glück hielt jedoch der Wetterbericht was er versprach und wir saßen außerhalb in der Sonne auf ein paar Felsen und machten Pause. Nach einer Runde Sonnencreme und kleinen Snacks ging es weiter zur nächsten Etappe, dem Futschölpass. Der Futschölpass markiert die Grenze zwischen Österreich und der Schweiz auf knapp 2700 Metern höhe. Der Weg dorthin führte an immer weniger Vegetation und immer mehr Eis und Schnee vorbei. Auch hier gab es immer wieder eine Mischung aus angenehmen Passagen und sehr steilem Gelände. So langsam wurde es anstrengend und unser Ziel war noch nicht wirklich in greifbarer Nähe. Oben am Futschölpass angekommen, legten wir erneut eine kleine Pause ein und änderten unsere Kleidung. Das Wetter wurde mit mehr wind und natürlich zunehmender Kälte rauer, so das wir unsere winddichten Jacken überzogen. Vom Futschölpass ging es auf den Grat des Grenzeckkopf, dieser zog sich relativ weit und führte ebenfalls noch einmal 300 Meter höher. Der Grat war teilweise mit Schnee bedeckt und man musste sehr aufmerksam sein bei jedem Schritt. Es ging nicht sehr steil runter, rutschen wäre möglich gewesen, aber das wollten wir um jeden Preis verhindern. Mit zunehmender Höhe, wurde es außerdem steiler und auch der Weg änderte sich zu mehr klettern und kleinen Eisenstufen in den Fels gebaut. Unterhalb des Gipfels am Grenzeckkopf, war dann Schluss mit Wanderweg, es ging nur noch mit klettern weiter. Die letzten 20 Meter mussten mit Klettern im 1. Grad überwunden werden. Wir ließen unsere Wanderstöcke am Einstieg zurück, da wir diese nicht zusammenpacken wollten und auch sonst niemand in der Nähe war.

Nach ca. 20 Minuten Klettern sind wir angekommen, das Gipfelkreuz vor unserer Nase und einem atemberaubenden Anblick von 3047 Metern über das Tal und hinauf auf die noch höheren Gipfel. Wir nahmen uns das Gipfelbuch und Annie verewigte uns dort mit einer kurzen Nachricht in dem kleinen schwarzen Büchlein, welches gut geschützt in einer Metallbox im Gipfelkreuz steckte. Als wir die Fotosession auf dem Gipfel beendet hatten, kletterten wir wieder hinunter zu unseren Wanderstöcken und von dort aus weiter über den Grat zum nächsten Gipfel. Der Grat war relativ breit und wir mussten nur weniger 100 Meter gehen um an der Bischofspitze anzukommen. Der nächste 3000er Gipfel mit 3029 Metern. Hier gibt es ein Gipfelkreuz, nur eine weitere super Aussicht. So langsam, nach immerhin 6 Stunden, zogen sich Wolken zusammen und wir entschieden uns den letzten Gipfel, die breite Krone, auszulassen. Der Rückweg ist nicht minder gefährlich und erfordert ebenso Aufmerksamkeit, als das wir uns mit dem Wetter noch zusätzlich rumschlagen wollten. Wir drehten also ab und machten uns auf dem Weg zum Pfad zurück ins Tal.

Der Weg nach unten wurde relativ beschwerlich, das Gelände war anders als auf dem hinweg, sehr viel mehr mit kleinen Steinen übersät und wir mussten sehr viel die Wanderstöcke zum abstützen einsetzen. Das kostete zusätzliche Kraft und wir haben uns Zeit gelassen, natürlich immer mit einem Blick auf die Wolken und das Wetter. Nach weiteren 3 Stunden haben wir die 900 Meter abstieg hinter uns gebracht. Insgesamt waren es knapp 12 km mit 900 Höhenmetern hoch und wieder runter in 9 Stunden, alle Muskeln und Knochen schmerzten, aber das war es uns Wert. Und trotz vieler dunkler Wolken, hatten wir doch noch etwas Sonnenschein der untergehenden Sonne, als wir die Jamtalhütte wieder erreichten.

Wir ließen den wundervollen Tag auf der Hütte ausklingen mit einem Abendessen, einer warmen und zumindest bei mir sehr schnellen Dusche (Duschmarke 2 EUR für 3 Minuten) und fielen sehr schnell ins Bett.

Am nächsten Morgen merkten wir, das eine weitere Tour bzw. der Klettersteig nicht passen würde. Weder zeitlich noch von unserer Kondition her, der Tag zuvor hat ein paar Spuren hinterlassen. Wir überlegten also was wir machen könnten und haben den Vormittag mit Frühstück, Videos mit der Drohne erstellen und der Fahrt ins Tal verbracht. Wir haben unser Zeil erreicht und es geschafft dieses Jahr einen bzw. sogar zwei Berge unsicher zu machen. Die Marke von 3000 Metern haben wir ebenfalls geknackt, jetzt müssen wir bis zur nächsten Saison an unserer Kondition und Technik weiterarbeiten.

Im Tal angekommen, machten wir uns auf den Weg zu unseren kleinen Schmusern, welche in der Zwischenzeit von Susi versorgt wurden. Danke an dieser Stelle für den spontanen Einsatz Susi!

Bilder und Videos findet ihr wie gewohnt im Media-Bereich, der Timer wurde aktualisiert für den wahrscheinlich nächsten Trip und falls ihr nichts mehr von uns hört in diesem Jahr, sind uns die blöden Ideen ausgegangen  😆 

 

Bis demnächst

Annie und Dominic

 

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1 Comment
  1. Antworten

    Ursula Graf

    9. September 2021

    Sehr schöne Fotos, wie immer 🤩. Aber das ihr verrückt seid wisst ihr selber 😁😅🙈
    Adrenalinjunkies, bin auf die nächste Aktion gespannt 👍😎

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